Mittwoch, 24. Februar 2010

Vietnam

Erst etwas mehr als einen Monat sind wir retour in der Schweiz und auch die Eingewöhnungsphase nach unserer Reise geht langsam seinem Ende entgegen. Ich muss sagen, es läuft uns momentan einfach grossartig! Wir sind gesund, Vali hat praktisch keine Beschwerden, wir fühlen uns sehr wohl in der gemütlichen temporären Wohnung von Dario in Wipkingen und bereits haben wir auch schon eine feste Wohnung in Oerlikon gefunden, welche uns super gefällt. Ausserdem arbeitet Vali seit mehreren Wochen und hat Spass bei der Arbeit. Und ich habe immer wieder interessante Vorstellungsgespräche für spannende Ingenieur-Jobs, so dass mit einem Arbeitsvertrag vielleicht bald schon klappen könnte. Soviel dazu, was bei uns im Moment so geht.

Fotonachmittag
Die meisten von Euch wissen es ja bereits. Wir zeigen einige Fotos unserer Reise im GZ Schindlergut und zwar an den beiden Samstag Nachmittagen, 13.+20. März 2010, ab 14:15 Uhr bis ca. 17:00 Uhr. Falls wir Dir keine E-Mail geschickt haben sollten, bist Du natürlich trotzdem herzlich eingeladen (aus Organisationsgründen, bitten hier in der Doodle-Umfrage mitmachen. Vielen Dank!)

Und nun zu Vietnam...
In Vietnam
verbrachten wird den letzten Monat unserer Reise und den haben wir extrem genossen. Nicht zuletzt weil wir (ohne unsere Velos) praktisch nur die ausgetretenen Touri-Pfade benutzt haben. Dies machte das Organisieren und Vorwärtskommen extrem einfach uns komfortabel. Es hat alles auf Anhieb geklappt, die Vietnamesen waren alle extrem freundlich und hilfsbereit. Zudem hatten wir wenig Vorstellungen und Erwartungen, die man hätte enttäuschen können, und so konnten wir uns einfach treiben lassen und geniessen.

Von Hanoi aus haben wir zum Beispiel einen Tagesausflug in die Perfume Pagoda gemacht, wo wir Susi und Jürg as der Ostschweiz kennengelernt haben. Dort haben wir zusammen ins Drachenmaul geschaut (siehe Foto links).

Danach sind wir für einen mehrtägigen Trip mit dem Nachtzug in den Norden gefahren in ein kleines Bergstädtchen genannt Sapa. Dort sind wir zwei Tage durch Reisterrassen gewandert und haben am dritten Tag nach längerer Busfahrt nach Bac Ha den farbenprächtigsten Markt besucht, den ich je gesehen habe.

Zurück in Hanoi haben wir Angelika getroffen und sind mit ihr einen vietnamesische Hot Pot essen gegangen. Während dieser Kurzeinführung in die lokale Küche hat Vietnam das Fussball-Finale der Südostasiatischen Liga verloren. Die Stadt stand danach auf dem Kopf, weil trotzdem alle gefeiert haben und ausgestattet mit Nationalflaggen wie die Wilden und unter lautem Gejohle in riesigen Töfflihorden um den Hoan-Kiem-See gefahren sind, immer und immer wieder... Als Fussgänger musste man warten und staunen, um auf die andere Strassenseite zu gelangen ;o)



Die nächsten Tage genossen wir zu dritt die vielen Möglichkeiten für Sightseeing und Shopping in Hanoi und bereiteten uns auf unsere Weiterreise in Richtung Saigon vor. Dazwischen fuhren an die Bai Tu Long Bay, wo wir uns bei eisig kaltem Wetter mit dem Schiff durch eine bezaubernde Karstfelslandschaft chauffieren liessen.

Auf der Insel unserer Gastfamilie gab es nur Dieselgenerator-Strom und zwar von 18 bis 22 Uhr. Aufgrund der Kälte waren wir froh, dass wir am nächsten Tag auf klapprigen Fahrrädern die Insel mit ihren wunderbaren Stränden erkunden durften, die wir gerne von ausserhalb des Meeres begutachteten.




...und ab in den Süden
Wieder retour in Hanoi besuchten wir die Ruhestäte von Onkel Ho bevor wir mit dem Zug nach Hué in die ehemalige Kaiserstadt fuhren. Wir reisten über Nacht und bewunderten am nächsten Morgen die schöne Landschaft. Plötzlich, irgendwo im Nirgendwo, gab es eine Panne und der Zug blieb stehen. Niemand wusste was los war und wann es weiter gehen sollte. Nach über zwei Stunden war das Problem behoben. Etwas verspätet aber glücklich kamen wir in Hué an und wurden sogleich herzlich in unserem im Voraus gebuchten Hostel empfangen.



Hué
Am nächsten Tag besuchten wir die ehemalige Kaiserstadt und waren beeindruckt von einer Opernvorstellung, an welcher bestimmt dreissig Tänzer und Musikanten beteiligt waren, wo doch das Publikum zusammen mit uns aus weniger als zehn Personen bestand. Am Abend wurde Weihnachten gefeiert und zwar mit einem echten schweizer Fondue (Danke, Ben!) auf dem gemütlichen Balkon unseres Hostels. Besonders besinnlich war der mit elektrischen Lämpchen bestückte, buddhistische Hausaltar gleich neben dem Esstisch.

Hoi An
Am nächsten Morgen ging die Reise in einem von Hanoi herkommenden Schlaf-Bus auf bequemste Art und Weise weiter nach Hoi An. (Die Fahrt hätte ruhig etwas länger dauern können.)

Im süssen Unesco-Städtchen Hoi An liessen wir uns Kleider schneidern, fuhren mit geliehenen Fahrrädern an den Strand, liessen uns mit leckerem Essen verwöhnen und besuchten sogar einen Kochkurs. Wir waren extrem begeistert von diesem Ort – ein absolutes Highlight – und empfehlen allen Vietnamreisenden ein paar Tage hier zu verbringen und genügend leere Koffer für die Einkäufe mitzubringen.



Mui Ne
Mit dem Zug fuhren wir (wiederum über Nacht) weiter in Richtung Mui Ne. Wir buchten ein Sechserabteil für uns drei, so dass wir ein unter uns waren und so die Fahrt noch besser geniessen konnten. Auch heute ringe ich noch etwas mit meinem Gewissen, wenn ich darüber nachdenke, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Kurz vor der Ankunft fielen uns komisch aussehende Kakteenfelder auf. Die einzelne Pflanze sah ein wenig wie eine kleine Palme aus. Später fanden wir heraus, dass es sich um die Mutterplanze der urchigen Dragon Fruit handelte, welche in dieser Region besonders häufig angebaut wird.

Zusammen mit zwei Amerikanern teilten wir uns das Taxi vom Bahnhof zu unserem Hotel genannt Small Garden Resort mit eigenem Strandanschluss. Dort gab es ab sofort jeden Tag ein leckeres Frühstück direkt am Strand (z.B. mit Banana Pancake und Mango Fruit Shake). Das war unser kleines Paradies auf Erden!

An einem Tag machten Vali und ich mit einem geliehenen Roller einen Ausflug zu den Weissen Dünen. Unterwegs passierten wir den Hafen, der mit zahlreichen Schiffen aller Grösse und Art bestückt war und wurden immer wieder von allen Seiten bestaunt als Vali vorne sass.

In Mui Ne leben noch viele Familien vom Fischfang. In der Morgendämmerung machen sich die Väter, ausgestattet mit Netz und einem einzelnen Paddel, in ihren runden Körben auf den Weg ins Meer. Ungefähr am Mittag ist Feierabend. Für die Rückfahrt ans Ufer befestigen die Fischer ihre Korbboote untereinander und lassen sich dann zusammen von einem einzelnen Motorboot ans Ufer schleppen.

Im Surfparadies Mui Ne sind wir sehr angenehm ins neue Jahrzehnt gestartet und haben zusammen mit ein paar gleichgesinnten Seelen auf das neue Jahr angestossen. Übrigens vielen Dank im Nachhinein für Eure Weihnachts- und Neujahrswünsche!

Mekong Delta
Unsere Reise ging weiter mit dem Bus nach Saigon, wo sich Vali und ich zu zweit auf eine Tour durchs Mekong-Delta machten. Wir haben beispielsweise die schwimmenden Märkte besucht, liessen uns mit vielen anderen Touris durch einen kleinen Kanal rudern und fanden heraus wie man leckere Karamel-Bonbons aus Kokosmilch herstellt.

Abschliessende Worte...
Generell positiv aufgefallen in Vietnam sind uns die sehr freundlichen und hilfsbereiten Einwohner, welche oft ein bisschen Englisch sprechen. Die Strassen und Städte sind sauber, zumindest in den touristischen Vierteln. Das Essen ist sehr lecker und abwechslungsreich. Besonders die Früchte in Form von Säften oder einfach frisch aufgeschnitten als Platte haben es uns angetan. Superfein ist auch der vietnamesische Kaffee auf Eis und mit einem Schuss Kondensmilch. Allgemein bekommt man unglaublich viel für sein Geld hier und wenn man ein wenig bei der Sache ist, wird man nicht übers Ohr gehauen. Das Reisen von Ort zu Ort ist sehr einfach, kurzfristig und günstig mit Zug oder Bus organisierbar. Wenn man seine Ansprüche bezüglich Komfort nicht zu hoch steckt, kann man in Vietnam eine grossartige, erholsame, kulinarische und sorglose Zeit verbringen.

Wir möchten uns mit ein paar letzten Impressionen aus Vietnam von Euch verabschieden und sehen uns hoffentlich bald an einem der Samstage im März.

Macht’s gut und bis dann
Dani & Vali